Familienbesuch

Seit meinem letzten Eintrag ist mal wieder Einiges passiert, das ich euch erzählen möchte. Erst einmal zu meinem Alltag. Ich habe jetzt eine neue Gruppe Kinder in meiner Sala Cuna bekommen. Letztes „Jahr“ sind ja die meisten in den Kindergarten gewechselt, somit werden viele neue Kinder im März/April neu eingeschrieben. Nicht nur die Verteilung der Kinder, sondern auch die der Erzieherinnen ändert sich. Das heisst ich arbeite jetzt auch mit 2 anderen Tias zusammen. Das klappt momentan sehr gut. Ich bin froh über die Abwechslung und auch das Alter der Kinder gefällt mir. Ich bin wieder bei den Ältesten gelandet, die sind zwischen 1 Jahr und 6 Monate bis 2 Jahre alt. In dem Alter fangen viele an zu sprechen und reden manchmal schon ganz schönen Quatsch. Das Tolle ist, dass sie eben auch richtig mitmachen, wenn wir zum Beispiel mit Bewegungen singen etc. Ihr lacht vielleicht bei diesem Kommentar, aber glaubt mir, man freut sich sehr, wenn ein Kind ein Krokodil und einen Affen nachmacht. Ich bringe meinen Kindern übrigens „Aramsamsam“ bei. Einen grossen Fan von dem Lied habe ich in der Gruppe schon gewonnen, der verlangt jeden Morgen das Lied. Meine Sportaktivitäten haben jetzt erst diese Woche wieder angefangen. Leider war die Turnhalle die letzten 4 Monate geschlossen, da Sommerferien waren. So ganz habe ich das nicht verstanden, aber jetzt kann auch das Basketball und Kickboxtrainig endlich wieder anfangen. Für mich ist das ein willkommener Ausgleich von der Arbeit.

Wir in der Atacamawüste

Wir in der Atacamawüste

Das grosse Ereignis war der Besuch meiner Eltern, meiner Schwester und ihrem Freund. Mitte März kamen zuerst meine Schwester und ihr Freund, eine Woche später dann meine Eltern. Mit denen bin ich dann auch noch in den Urlaub gefahren. Zuerst in den Norden von Chile, dann noch kurz in den Süden. Wir hatten einen wahren Abenteuerurlaub. Nach sieben Jahren Dürre hat es im Norden Chiles (Atacama Wüste-trockenste Wüste der Welt) zum ersten Mal wieder geregnet. Und als das ganze Spektakel gerade anfing, waren wir natürlich mittendrin. Gegen Abend hat es gewittert und da weder Häuser noch Strassen auf diese Wassermassen eingerichtet sind wurde dieser so lang erwartete Regen im Laufe der Woche (da waren wir dann zum Glück weg) zu einer echten Naturkatastrophe. In ganz Chile wird momentan um Geldspenden für den Norden gebeten. Durch den Schlamm, der die Berghänge heruntergekommen ist, sind teilweise ganze Dörfer vergraben. Ähnlich wie beim Hochwasser in Passau vor einigen Jahren wurde der Schlamm schnell hart und das macht eine Befreiung der Strassen und Häuser fast unmöglich.

Auf einer Radtour haben wir den Weg nicht mehr gefunden-tja da kamen wir dann hier raus

Auf einer Radtour haben wir den Weg nicht mehr gefunden-tja da kamen wir dann hier raus

Ebenfalls auf der Radtour

Ebenfalls auf der Radtour

Wir hatten also gerade noch Glück davon weg zu kommen. Wir konnten alle Atraktionen um das kleine Dorf San Pedro de Atacama bestaunen. Von Flamingos über das sogenannte Valle de la Luna bis hin zu Geysieren. Oftmals kamen mir die Landschaften wie gemalt vor, so unwirklich sahen die aus.

Valle de la Luna

Valle de la Luna

Valle de la Luna

Valle de la Luna (das weisse ist übrigens kein Schnee, sondern Salz)

Sonnenuntergang in der Wüste

Sonnenuntergang in der Wüste

Flamingos

Flamingos

DSC_0179 DSC_0199 DSC_0197

Wir haben einen Wüstenfuchs gesehen!

Wir haben einen Wüstenfuchs gesehen!

Und viele Vicuñas

Und viele Vicuñas

Wir haben Lamafleisch probiert

Wir haben Lamafleisch probiert

Im höchsten Dorf Chiles

Im höchsten Dorf Chiles

Bei der Geysierentour waren wir nämlich fast auf 5000 Meter über dem Meerespiegel

Bei der Geysierentour waren wir nämlich fast auf 5000 Meter über dem Meerespiegel

Manche sind ungefährlich-während es draussen um die -5Grad waren waren die Geysiere schön warm

Manche sind ungefährlich-während es draussen um die -5Grad waren waren die Geysiere schön warm

Das ist Kaktusholz, heuzutage darf man sie nicht mehr verarbeiten, die Kakteen stehen unter Naturschutz

Das ist Kaktusholz, heuzutage darf man sie nicht mehr verarbeiten, die Kakteen stehen unter Naturschutz

DSC_0269 Schlussendlich waren wir dann noch in Temucu und in einem Nationalpark in der Nähe. Das liegt im Süden. Dort herscht im Gegensatz zum Norden gerade eine grosse Trockenheit und es gab viele Waldbrände in der Gegend. Trotzdem konnten wir eine tolle Wanderung unternehmen und die zum Teil bis zu 2000 Jahre alten Araukatienbäume bestaunen. Danach bin ich nach Hause gefahren und meine Eltern haben Chile weiter erkundet.

Ein Vogel der immer vor unserer Haustür gepickt hat

Ein Vogel der immer vor unserer Haustür gepickt hat

unser Wanderweg

unser Wanderweg

Die Bäume die ihr hinten mit dieser Art Regenschirmform seht sind Araukatien

Die Bäume die ihr hinten mit dieser Art Regenschirmform seht sind Araukatien

DSC_0326 DSC_0330 DSC_0324

In Temuco stehen diese Statuen in einem Park mitten in der Stat, früher standen sie auf Gräbern

In Temuco stehen diese Statuen in einem Park mitten in der Stadt, früher standen sie auf Gräbern

Kurz darauf war Ostern. In meiner Sala habe ich eine kleine actividad gemacht. Wir haben gemeinsam hart gekochte Eier bemalt. Das war ganz witzig, denn in Chile gibt es eigentlich weder die Tradition Eier zu bemalen, noch Schokoeier zu essen (das ist jetzt erst im Kommen). Die Kinder waren begeistert und haben hochkonzentriert ihre Eier verziehrt. IMG_4727 IMG_4722 IMG_4724 Am Ostersamstag waren meine Eltern, meine WG, einige Freiwillige und ich in der Osternacht. Zuerst haben wir noch bei Schwester Karoline vorbeigeschaut, dann sind wir, ausgestattet mit Kerzen, zu einer grösseren Kirche von Recoleta gelaufen. Dort kamen alle Gemeinden von der Gegend zusammen und es wurde gemeinsam Gottesdienst gehalten. Obwohl die Feierlichkeiten ganze 4 Stunden gedauert haben, ging die Zeit wie im Flug vorbei. Zwischen den Lesungen wurde viel Musik gemacht und das tolle war-keiner brauchte ein Liedblatt und somit hat jeder aus voller Kehle mitgesungen. Da war richtig Leben in der Kirche! Danach gab es einen Zug mit Karoline (den ich leider verpasst habe, aber meine Eltern haben mir berichtet). Unsere Gemeinde ist mit Kerzen durch das Armenviertel gelaufen und es gab viele Leute die an den Türen und Fenstern auf den singenden Zug gewartet haben, um das Osterlicht zu empfangen. Es war dann schon nachts um 12 als wir Freiwilligen mit Familie noch alle bei Karoline zu einem kleinen Umtrunk mit Kuchen (war ja schliesslich Ende der Fastenzeit) eingeladen wurden. Alles in allem ein sehr lebhafte und toller Abend! In letzter Zeit hatte mein Haus viel Besuch. Teilweise waren wir dann bis zu 11 Leute, da die Familie einer anderen Freiwilligen ebenfalls bei uns übernachtet hat. Jetzt sind alle wieder heil in Deutschland angekommen und unser Haus ist mit uns drei Bewohnerinnen wieder ziemlich leise geworden. Tja und ich bin nurnoch 3 1/2 Monate hier in Chile! So schnell vergeht die Zeit nicht wahr? Dieses Wochenende kommt ein Geburtstag und Raften im Cajon de Maipo auf mich zu. Dann gehe ich noch auf ein Konzert nächste Woche Donnerstag. Unter der Woche muss ich natürlich immer von halb neun bis halb sechs arbeiten. Dann noch Sport und Residencia. Die Wochen gehen so schnell vorbei wie noch nie. Mein letzter Urlaub steht mir noch bevor, dieses Mal geht es nach Bolivien. Bis zum nächsten Eintrag!

Advertisements