Spiegel, Smog und Copa America

Hallo!
Ich dachte, ich könnte mich mal wieder vom anderen Ende der Welt melden.
Seit meiner Rückkehr aus Bolivien habe ich viel erleben dürfen und von ein paar Sachen werde ich euch berichten.

Momentan ist der Winter in Chile eingekehrt. Winter bedeutet hier allerdings nicht nur, dass es draussen kalt wird sondern auch drinnen. Leider wird hier nämlich kaum geheizt und die Häuser sind zusätzlich schlecht abgedichtet. Anders als in Deutschland gibt es nur vereinzelte kleine Heizungen die mit Gas funktionieren. Das heisst man kommt nach Hause und es kommt vor, dass man schon mal seinen eigenen Atem im Schlafzimmer sieht. Daran musste ich mich auch erst mal gewöhnen, doch mit viel Kleidung und einer Wärmflasche geht das auch.

Hier in Santiago gibt es momentan eine grosses Problem mit dem Smog. Schon immer ist die Stadt stark verschmutzt doch jetzt hat es schon seit Monaten nicht mehr geregnet und dadurch, dass es kaum Wind gibt und unglaublich viele Autos natürlich auch keinerlei Filter haben, wurde in der letzten Zeit schon oft Preemergencia und einmal sogar Emergencia ausgerufen. Die Luftverschmutzung hat dann so einen hohen Grad (dieser Grad liegt weit über dem, der in der EU gilt) erreicht, dass diese Warnungen an die Menschen in Santiago gehen. Im Klartext bedeutet es, dass kein Sportunterricht in den Schulen stattfindet und Autonummern für den Verkehr tageweise gesperrt werden. Das führt natürlich auch für viel Unmut aber da ist auch nichts dran zu machen. Schon beim Fahrradfahren merkt man wie schwer es einem fällt zu atmen. Deshalb hoffen wir alle auf Regen, so könnten wir alle im wahrsten Sinne des Wortes mal wieder aufatmen. Hier ein Link, den ich gefunden hab in dem es um die Verschmutzung in Santiago geht, wens interessiert kann ja mal reinlesen:
http://www.bbc.com/mundo/noticias/2015/06/150622_chile_contaminacion_smog_santiago_emergencia_irm

In meiner Sala Cuna habe ich gerade diese Woche ein Projekt fertig gestellt. Mit meiner Mitfreiwilligen Susi haben wir von meinem und ihrem Spendengeld 2 Spiegel für die Sala Cuna gekauft. Gerade in der Kinderfrüherziehung dreht sich viel um die Fragen „Wer bin ich? Und wer sind die anderen?“ Da kann man sehr viel mit Spiegeln arbeiten. Leider war es nicht so einfach, wie wir uns das vorgestellt haben. Die Sala Cuna wird vom Staat unterstützt und muss die Kriterien, die von der Abteilung für die Kindergärten etc. vorgegeben wird erfüllen. Also mussten wir mit diesen Vorschriften einen ganz bestimmten Spiegel machen lassen und zusätzlich auch eine Haltestange montieren. Nach einigem Stress mit Glasereien, Metallfirmen und Monteuren hängen die Spiegel jetzt. Und das ist es was zählt. Und den Kindern-den gefällt es! An dieser Stelle schon einmal ein riesiges Dankeschön an alle, die mir Geld gespendet haben. Aus Schutz für die Kinder stelle ich jetzt nicht viele Bilder von ihnen und den Spiegeln rein.

Die erste Freude über Spiegel 1 in meiner Sala

Die erste Freude über Spiegel 1 in meiner Sala

Und dem zweiten in Susis Sala

Und dem zweiten in Susis Sala

So sieht das ganz dann mit Metallstange aus

So sieht das ganz dann mit Metallstange aus

Und so die Kinder wenn sie Grimassen üben

Und so die Kinder wenn sie Grimassen üben

Zusätzlich arbeiten Susi und ich noch an einem Abschiedsgeschenk mit Bilder für alle Kinder der Sala Cuna.

Ihr habt bestimmt mitbekommen, dass gerade die Copa America in Chile lief. Das ist ähnlich wie die Europameisterschaft im Fussball der Männer bei uns. Die Chilenen sind ganz schön Fussball verrückt. Wir waren natürlich bei allen Spielen mit dabei und haben die Mannschaft angefeuert. Die typischen Fussballgesänge hatten wir da ganz schnell drauf. Und schlussendlich hat Chile sogar gewonnen!!! Zum ersten Mal! Da ist natürlich grosse Party angesagt. Leider rasten die Chilenen dann meistens auch etwas aggressiv aus, deswegen bin ich mit meiner WG von den grossen Plätzen fern geblieben, aber gefreut haben wir uns auch riesig!

Mit der obligatorischen Chile Flagge im Gesicht

Mit der obligatorischen Chile Flagge im Gesicht

Letzten Freitag war ich dann noch mit meinen WG-Mädels auf einem Konzert von einer uruguayanischen Band namens: „No te va gustar“ (was soviel heisst wie, „Es wird dir nicht gefallen“). Das Konzert war ein super Erlebnis! Wenn man bedenkt, dass es um 20 Uhr anfangen sollte, da aber erst der Einlass war und mit zwei Vorbands dann letztlich erst um 23 Uhr begonnen hat. Ich musste ganz schön lachen über unsere deutschen Vorstellungen von Pünktlichkeit. Am Ende vom Blog habe ich euch einen Link zu einem Lied von „No te va gustar“ markiert, wenn ihr Lust habt könnt ihr euch das ja mal anhören.

No te va gustar

No te va gustar

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Wir nach dem Konzert

Wir nach dem Konzert

Momentan bin ich die ganze Zeit unterwegs um so viel wie möglich zu machen. Ich gehe viel Basketball spielen mit den Freunden, die ich dort kennen gelernt habe. Ausserdem gehe ich jedes Wochenende zu den Pfadfindern. Nächste Woche gehe ich auch schon auf das zweite Zeltlager mit der Gruppe. Das wird sicher witzig. Auch in der Arbeit fühle ich mich wohl und habe meine kleinen Racker auch fast immer ganz doll lieb.

Gruppenbild mit dem ganzen Equipo

Gruppenbild mit dem ganzen Equipo

Generell dreht sich momentan sehr viel um den Abschied und die letzten Dinge, die man unbedingt nochmal machen muss oder schon immer sehen wollte. Es kommt noch das Abschlussseminar, eine Abschiedsparty, das Pfadfinderwochenende, viel Stress mit dem Abschiedsgeschenen für meine Tias und die Kinder und und und auf mich zu.

Ein Abendessen beim Peruaner

Ein Abendessen beim Peruaner

In 5 Wochen bin ich schon wieder im momentan sehr heissen Deutschland!
Mal gucken, ob ich bis dahin noch zu einem letzten Eintrag aus Chile komme.

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